Tschäggättä im Lötschental

Das Tal ist für viele Geschichten und Legenden berüchtigt. Schon früher geisterten in den Märchen verrückte Gestalten und wilde Tiere herum. Diese Legenden wurden durch die Tschäggättä zum Leben erweckt.

Alljährlich findet im Lötschental die Fasnacht statt. Traditionell verkleiden sich die „Tschäggättä“ in Ziegen- oder Schaffelle und tragen eine geschnitzte Maske aus Arvenholz. 10 Tage ziehen sie durch die Strassen und jagen Frauen und Kindern nach.
In den Anfängen des Brauchtums war das Ziel der ledigen Männer, mit Hilfe der Verkleidung eine Frau zu finden. Dieses Ziel wurde mit der Entwicklung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lage des Tals verändert. Heute sind die Tschäggättä und besonders die beiden Fasnachtsumzüge ein Highlight und werden von vielen Schaulustigen mitverfolgt. Auch Touristen gesellen sich unter das Volk.
Eines hat sich aber bis heute nicht geändert. Die Tschäggättä finden besonders gefallen daran Frauen zu verfolgen und mit Schnee das Gesicht einzureiben, jedoch sind sie nicht mehr so wild wie früher. Bis in die 1950er Jahre wurden die Frauen mit Russ eingerieben. Heute können auch Frauen und Kinder in die Masken und Felle steigen und den Brauch aktiv erleben. Dieser Wandel wurde durch den Wintertourismus gefördert und herbeigeführt, weil die Tschäggättä national und international das Lötschental repräsentiert.

Obwohl es den Brauch schon lange gibt, ist bis heute nicht geklärt wieso und von was er abstammt. Im Laufe der Zeit wurden viele Theorien entwickelt aber keine kann zu hundert Prozent bewiesen werden.

Die bekannteste Ursprungslegende der Tradition ist die Sage von den Schurten Dieben:
Auf der Schattenseite des Tales wohnten die Schurten Diebe. Es sind kleine Männer die in der Nacht loszogen um die Bewohner auszurauben. Dabei gingen sie sehr grob vor und hatten Holzmasken und Felle über ihren Körper gezogen. Daher lässt sich auf einen Zusammenhang mit der Verkleidung der Tschäggättä vermuten.

Eine andere Theorie ist, dass die Bewohner im Mittelalter den Winter durch die Masken vertreiben wollten. Sie waren wegen den grossen Schneemassen meist monatelang abgeschnitten und durch die schlechten Verhältnisse wurden die Stimmen immer lauter, dass es an Geistern liegen müsste. Daher hat man aus Holz grauenhafte Masken geschnitzt um damit den Winter zu vertreiben. Da der Brauchtum immer Ende Winter also um Februar stattgefunden hat, wurde nach einer Zeit die Tradition mit den katholischen Bräuchen, Fasnacht und Aschermittwoch, vermischt. Somit hat der Brauch einen festen Platz im lötschentaler Brauchtum.

Auch wenn viele Theorien über die Tschäggättä bestehen, ist eines klar. Der Brauch gibt es bis heute und ist fester Bestandteil der Fasnacht. Er wird in der nächsten Zeit auch nicht an Anziehungskraft verlieren. Zudem wird der Brauch von Generation zu Generation weitergegeben wodurch er in nächster Zeit nicht aussterben wird.

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