Eierleset

Weisser Sonntag, das ist der Sonntag nach Ostern. An diesem Tag findet in der Nordwestschweiz in vielen Orten das Eierleset statt. Frei ins Hochdeutsche übersetzt, könnte die Tradition als „Eierauflesen“ bezeichnet werden. Besonders in den Kantonen Solothurn, Aargau und Basel-Landschaft ein beliebter Frühlingsbrauch.

Bei dem Brauch treten zwei Teams gegeneinander an. Jedes Team besteht aus mehreren Läufern und einem Fänger. Das eine Team repräsentiert den Frühling, das andere Team den Winter. Für den Wettbewerb werden im Dorf zwei Eierbahnen vorbereitet. Auf einer Strecke von 80 Metern werden dazu auf Sägemehlhäufchen 162 Eier verteilt, immer abwechselnd 9 rohe und dann ein farbiges gekochtes Ei. Nach dem Startschuss rennt ein Läufer aus jedem Team die Eierbahn entlang, bis zum weitentferntesten Ei, sammelt dieses auf, rennt zum Team zurück und wirft das Ei dem Fänger zu. Dieser muss das Ei mit einem Korb fangen und in einem Topf sammeln. Sobald der Fänger das Ei gefangen hat, darf der nächste Läufer aus dem Team loslaufen. Bei jedem 10. Ei (farbig) muss eine Zusatzaufgabe erfüllt werden. Zum Beispiel muss ein anderer Läufer in einer Schubkarre über die Strecke transportiert werden, oder ähnliches. Das Team, das zuerst alle Eier zur Sammelstelle gebracht hat, gewinnt den Wettbewerb.
Die Zuschauer feuern zumeist natürlich den Frühling an, denn dieser soll sich schliesslich gegen den Winter durchsetzen.

Eine lustige Tradition, die wir uns auf jeden Fall einmal anschauen möchten. 

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